Lettland

Ein Porträt Lettlands

Die wunderbaren Wälder und Seen, die historischen Ortschaften und die dynamischen Städte sind bisher von Reisenden wenig erforscht. Aber Riga, die attraktive Landeshauptstadt und gleichzeitig größte Stadt im Baltikum, lockt das ganze Jahr Touristenströme aus ganz Europa an. Riga reizt mit Kulturschätzen und ausschweifendem Nachtleben.

Lange vor der Ankunft der deutschen Kreuzritter im Jahre 1201 hatten die lettischen Stämme Handelsbeziehungen zu fremden Ländern, bis hin zum fernen Byzanz, während vom Osten her Orthodoxe Christen in das Land einzogen. Und genau diese Kreuzritter begannen die 800-jährige Fremdherrschaft. Die kurze Phase der Unabhängigkeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts endete, als das Land zuerst von den Nazis und danach von den Russen besetzt wurde. Die Sowjetische Periode zeichnete sich aus durch schnelle Industrialisierung, während die Unabhängigkeit im Jahre 1991 die Modernisierung maßgeblich beschleunigte. Trotz aller Schwierigkeiten, fremder Angriffe und essentieller regionaler Differenzen schafften es die Letten, ihre Kultur zu bewahren und weiter zu entwickeln. Es gelang ihnen auch, die Verbundenheit zur Natur zu bewahren, die gewachsen ist aus jahrhunderte langer Mühsal.

Versöhnt mit dem politischen, sozialen und ökonomischen Erbe des 20. Jahrhunderts trat das Land voller Zuversicht in das 21. Jahrhundert. Die historischen Zentren Rigas und anderer Städte wurden restauriert, in den ländlichen Regionen begann der Öko-Tourismus.

Die Menschen

Im Land leben 2,3 Millionen Menschen. Die größte ethnische Gruppe davon bilden die Letten (58%) und die Russen (29%). Obwohl viele Russen in den großen Städten leben haben viele von ihnen keine lettische Staatsbürgerschaft, weil sie die dafür obligatorischen Prüfungen nicht abgelegt haben. Zu den anderen Minderheiten gehören Litauer, Polen, Weißrussen und Ukrainer. Die Mehrheit der Lettischen Juden wurde im zweiten Weltkrieg getötet oder ist geflohen, nur wenige Juden kehrten ins Land zurück und bilden heute kleine jüdische Gemeinschaften.

Gesellschaft und Kultur

Die Echos der heidnischen Vergangenheit sind bis heute zu hören, vor allem während der Feierlichkeiten zum Johannistag. Auch die Städter bekennen sich zur Natur. Das zeigt sich unter anderem darin, dass man sich Blumen schenkt. Am Rande sei erwähnt: die Blumenzahl muss immer ungerade sein, weil eine gerade Zahl mit Beerdigungen in Verbindung gebracht wird.

Die Letten waren nie besonders an Religion interessiert, nur ca. ein Drittel der Bewohner bezeichnet sich heute als Christen, die meisten von ihnen sind evangelisch-lutherisch.

Politik und Wirtschaft

Die Wiederherstellung der Unabhängigkeit führte zur Bildung einer Vielzahl politischer Parteien, die, eine nach der anderen, kurzlebige mitte-rechts-Regierungen bildeten. Das Ende des Kommunismus bedeutete nicht automatisch auch das Ende der tief verwurzelten Korruption. Einige mächtige Oligarchen nutzten ihren politischen Einfluss zur Stärkung ihrer eigenen finanziellen Interessen. Faktoren, die zu einem großen Misstrauen der Bevölkerung in das politische System führten.

Die Sowjetunion hat versucht, das kleine Agrarland zu einem Land voller Schwerindustrie zu machen. Die Städte wurden geflutet von russischen Einwanderern. Nach dem Zusammenbruch der sowjetischen Planwirtschaft verlor Lettland den Haupt-Absatzmarkt. 1995, nach dem Bankrott von vier privatisierten Banken, versank das Land in der Krise.

Die Privatisierung, Reformen und geringe Löhne förderten aber ein rasches Wirtschaftswachstum. Viele Rohstoffe, außer Holz, werden importiert, während die Industrie dank ausländischer Investoren blüht. Zu den wichtigsten Exportgütern gehören Pharmazeutika, Holz, Textilien, elektronische Geräte, Schiffe, Molkereiprodukte, Rindfleisch und Getreide. Lettland bedient sich des Ost-West-Transit Status. Vor allem der Öltransfer aus der früheren Sowjetunion nach Westeuropa bringt großen Profit.

Tourismus

Der sich schnell entwickelnde Tourismus hat dem Land augenfällige Veränderungen gebracht. Auch wenn viele Orte in Lettland noch weitestgehend vom Tourismus unberührt sind, so hat sich doch Riga schon fest auf der touristischen Karte etabliert. Die Stadt wird von verschiedenen Fluggesellschaften angeflogen, darunter auch Billiganbieter. Die Viertel rund um die Altstadt passen sich den gestiegenen Touristenzahlen an. Die Stadt ist bestrebt, die Bezeichnung „Paris des Nordens“ zurück zu gewinnen, die sie sich vor vielen Jahren mit anderen europäischen Städten teilte. Zurzeit scheint es, als läge die Zukunft des Tourismus vor allem in der unberührten Natur der Seen und Flüsse. Mehr und mehr Landwirte bieten auch touristische Dienstleistungen an. 

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